{"id":814,"date":"2020-02-28T18:53:45","date_gmt":"2020-02-28T17:53:45","guid":{"rendered":"http:\/\/pssv.at\/?page_id=814"},"modified":"2020-02-28T19:32:05","modified_gmt":"2020-02-28T18:32:05","slug":"ipsc-international-practical-shooting-confederation","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/pssv.at\/?page_id=814","title":{"rendered":"IPSC (International Practical Shooting Confederation)"},"content":{"rendered":"\n<li><strong>Geschichte<\/strong><\/li>\n<p>Die International Practical Shooting Confederation wurde im Mai 1976 auf der International Pistol Conference in Columbia (Missouri) gegr\u00fcndet. Der US-Soldat Jeff Cooper trug wesentlich zur Etablierung der Disziplin bei und wurde erster IPSC-Pr\u00e4sident. Als Maximen des praktischen Schie\u00dfens sei damals Pr\u00e4zision, Kraft und Schnelligkeit gefordert worden. Daraus habe sich das Motto DVC (lateinisch Diligentia, Vis, Celeritas) gebildet.<\/p>\n<p>Dachverb\u00e4ndef\u00fcr IPSC-Schie\u00dfen soll es in 92 L\u00e4ndern geben, diese sollen mehr als 800.000 IPSC-Sch\u00fctzen organisieren. J\u00e4hrlich w\u00fcrden mehr als 350 internationale Wettk\u00e4mpfe durchgef\u00fchrt, dabei l\u00e4gen die Teilnehmerzahlen bis zu \u00fcber 1.000 Personen.<\/p>\n<p>2015 seien in Europa 175 internationale Wettbewerbe im IPSC-Schie\u00dfen veranstaltet worden. In \u00d6sterreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Griechenland, Portugal und Polen werde IPSC von Sch\u00fctzenverb\u00e4nden betrieben, die auch in den jeweiligen nationalen olympischen Komitees vertreten seien. In 27 von 28 L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union seien nationale Schie\u00dfsportverb\u00e4nde Mitglied des IPSC-Weltverbands.<\/p>\n<p>In Deutschland ist der Bund Deutscher Sportsch\u00fctzen 1975 e. V. (BDS) Tr\u00e4ger der an nationales (Waffen-)Recht angepassten und genehmigten IPSC-Regelwerks. Beim IPSC sollen m\u00f6glichst &#8222;Realit\u00e4tsgetreu&#8220; Schie\u00dfsituationen nachgestellt werden. Fraglich ist, ob es sich dabei um einen Sport, wie andere Sportarten handelt. Der Bundesfinanzhof stellte 2018 fest, das &#8222;Practical Shooting&#8220; diene dem Gemeinwohl. Er entschied, beim IPSC-Schie\u00dfen handele es sich um einen Sport im Sinne der Abgabenordnung, wie auch Motorsport, Tischfu\u00dfball und Schach. Es w\u00fcrden &#8222;keine kriegs\u00e4hnlichen Situationen nachgestellt&#8220; und es sei auch &#8222;keine \u00c4hnlichkeit mit einem H\u00e4userkampf oder einem kampfm\u00e4\u00dfigen Schie\u00dfen gegeben.&#8220; wertete der BFH.<\/p>\n<li><strong>Klassen<\/strong><\/li>\n<p>Innerhalb dieser Sportart werden folgende Klassen (Divisions) unterschieden:<\/p>\n<p><strong>Open<\/strong><\/p>\n<p>In der Open-Klasse sind nahezu alle modifizierten Revolver sowie Selbstladepistolen ab Kaliber 9 \u00d7 19 mm mit beliebigen Visierungen und Modifikationen zugelassen. Sie bietet dem Sch\u00fctzen im Gegensatz zur streng reglementierten Production-Klasse fast unbeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten, seine Waffe an seine pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse anzupassen. Um den so genannten Major-Faktor zu erreichen, werden meist die Kaliber .38 Super Auto oder sehr stark geladene 9-mm-Patronen geschossen. F\u00fcr die Major-Wertung wird in der Open-Klasse ein Power Factor von mindestens 160 ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>H\u00e4ufige Modifikationen an Waffen aus der Open-Klasse sind verl\u00e4ngerte L\u00e4ufe mit Laufgewichten vorn, Kompensator-Bohrungen im Lauf (Reduzierung des Hochschlags), optische Zieleinrichtungen (Leuchtpunktvisiere) und besonders leichtg\u00e4ngige Abz\u00fcge. Magazine hingegen sind auf eine Gesamtl\u00e4nge von 170 mm beschr\u00e4nkt, um zu verhindern, dass Sch\u00fctzen mit \u00fcberdimensioniert gro\u00dfen Magazinen antreten.<\/p>\n<p><strong>Standard<\/strong><\/p>\n<p>Die Standard-Klasse ist die \u00e4lteste der f\u00fcnf IPSC-Kurzwaffen-Klassen und erlaubt dem Sch\u00fctzen, Pistolen ab Kaliber 9 mm zu benutzen. Weitere Einschr\u00e4nkungen: Es sind keine optischen oder elektronischen Visierhilfen erlaubt, sondern lediglich das so genannte offene Visier (Kimme und Korn). Zudem muss die Waffe mit eingef\u00fchrtem Magazin in einen Kasten mit den Innenabmessungen 225 \u00d7 150 \u00d7 45 mm passen.<\/p>\n<p>In der Standard-Klasse werden meist nur starke Kaliber (ab .40 S&#038;W) geschossen, deren Geschossenergie den so genannten Major-Faktor erreicht. Damit erh\u00e4lt der Sch\u00fctze in der mittleren und \u00e4u\u00dferen Trefferzone jeweils einen Wertungspunkt mehr als bei der Minor-Wertung.<\/p>\n<p><strong>Modified<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Modified-Klasse waren solche Pistolen zugelassen, deren Modifikationen den freien Tuning-M\u00f6glichkeiten der Open-Klasse entsprachen, solange die Pistole mit eingeschobenem Magazin das Kastenma\u00df (siehe Standard) einh\u00e4lt. Die Modified-Klasse wurde im Internationalen Regelwerk zum 1. Januar 2012 abgeschafft. In einigen Mitgliedsregionen, unter anderem in Deutschland, konnte man noch zwei Jahre auf nationaler Ebene in Modified starten. Modified galt als technisch anspruchsvollste Klasse und war haupts\u00e4chlich in Deutschland verbreitet.<\/p>\n<p><strong>Classic<\/strong><\/p>\n<p>In der Classic-Klasse sind Pistolen zugelassen, die dem klassischen Design der Colt M1911 entsprechen, die also aus einem massiven Stahl-Griffst\u00fcck mit kurzem Dustcover bestehen und einreihige Magazine nutzen.<\/p>\n<p><strong>Production<\/strong><\/p>\n<p>In der IPSC Production Division sind nur Pistolen zugelassen, die in der Production Division List[2] genannt sind. Dabei handelt es sich meist um Modelle, die auch bei Polizei, Milit\u00e4r und Sicherheitsbeh\u00f6rden als Dienstwaffen verwendet wurden oder werden. Modifikationen sind nur sehr begrenzt zul\u00e4ssig, so d\u00fcrfen lediglich Zubeh\u00f6rteile des Herstellers verwendet werden, die auch als Option f\u00fcr Neuwaffen angeboten werden. Eine Beschr\u00e4nkung der Magazinkapazit\u00e4t besteht nicht, jedoch d\u00fcrfen die Magazine beim Start nur mit 15 Patronen geladen sein.<\/p>\n<p>Gewertet wird hier ausschlie\u00dflich in der Minor-Klasse, unabh\u00e4ngig vom Power Factor und Kaliber, der Mindest-Power-Factor liegt jedoch bei 125.<\/p>\n<p>Zudem muss der erste Schuss per Spannabzug (Double Action) abgegeben werden und das Abzugsgewicht f\u00fcr diesen Schuss muss \u00fcber 2,27 kg (5 lbs) liegen. Dementsprechend sind Single-Action-Only-Waffen nicht zul\u00e4ssig, wohl aber Double-Action-Only-Waffen oder Waffen mit Safe-Action-Abzug wie zum Beispiel die Glock 17, wenngleich dann nat\u00fcrlich eine ganze Stage mit dem Abzugsgewicht \u00fcber 2,27 kg geschossen werden muss, da keinerlei Wechsel vom Double-Action in den Single-Action Modus stattfindet.<\/p>\n<p><strong>Revolver<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Wettk\u00e4mpfe dieser Klasse sind lediglich Revolver in Kalibern ab 9 mm zugelassen. Pro Trommel d\u00fcrfen maximal nur sechs Schuss abgegeben werden, bevor nachgeladen wird. Dies gilt auch dann, wenn es sich bei dem Revolver des Sch\u00fctzen um ein Modell mit sieben oder mehr Patronenkammern handelt. Verboten sind dar\u00fcber hinaus elektronische oder optische Visierhilfen (Leuchtpunkt-Visiere, Zielfernrohre) sowie Gewichte und andere Modifikationen, die den Hochschlag der Waffe vermindern.<br \/>\nLangwaffen<\/p>\n<p>Seit 2005 ist auch in der Bundesrepublik eine Sportordnung f\u00fcr IPSC-Schie\u00dfen mit Langwaffen genehmigt.<br \/>\nAIPSC<\/p>\n<p>Airsoft-IPSC erfreut sich vor allem in L\u00e4ndern mit sehr restriktiven Waffengesetzen zunehmender Beliebtheit. Exemplarisch seien hier Gro\u00dfbritannien, China und Japan genannt.<\/p>\n<p>Airsoft-IPSC ist nicht in das offizielle Sporthandbuch des Bund Deutscher Sch\u00fctzen aufgenommen.<\/p>\n<li><strong>Wertungssystem<\/strong><\/li>\n<p><strong>Wertungsklassen (Major\/Minor)<\/strong><\/p>\n<p>Im IPSC gibt es in den meisten Klassen (Divisions) zwei verschiedene Wertungen, Major und Minor, die vom verwendeten Kaliber und manchmal auch von der St\u00e4rke der Patronenladung abh\u00e4ngt. Damit wird ein gewisser Ausgleich geschaffen f\u00fcr die schwierigere Handhabung gr\u00f6\u00dferer oder st\u00e4rkerer Kaliber (mehr R\u00fcck- und Hochschlag, geringere Magazinkapazit\u00e4t), da die Sch\u00fctzen einer Klasse (Division) unabh\u00e4ngig vom verwendeten Kaliber im gleichen Wettbewerb gegeneinander antreten. Das Mindest-Kaliber ist 9 \u00d7 19 mm oder .354 (nicht .357) bei ebenfalls mindestens 19 mm H\u00fclsenl\u00e4nge. Damit ist auch das Kaliber. 38 Super Auto zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Die Ladungsst\u00e4rke einer Patrone wird durch den Power Factor angegeben. Er berechnet sich aus dem Geschossgewicht (m) in Grains und der Geschwindigkeit (v) des Geschosses in Fu\u00df pro Sekunde: m [ g r s ] \u22c5 v [ f p s ] 1000<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es in der Production-Klasse (Production Division) lediglich eine Minor-Wertung gibt, unabh\u00e4ngig vom Kaliber der Waffe, werden Sch\u00fctzen in der Standard- und Modifizierten Klasse (Standard\/Modified Division) ab Kaliber 10 mm oder. 40 S&#038;W und einem Power Factor von 170 in die Major-Wertung eingeordnet. In der Offenen Klasse (Open Division) hingegen gen\u00fcgt bereits ein Power Factor von 160, unabh\u00e4ngig vom Kaliber. Revolver-Sch\u00fctzen in der Standard-Revolver-Klasse (Revolver Standard Division) ben\u00f6tigen einen Power Factor von 170, wiederum unabh\u00e4ngig vom verwendeten Kaliber.<\/p>\n<p>In der Praxis hat die Major-Wertung nur bei den \u00e4u\u00dferen Wertungszonen von Papierscheiben eine Bedeutung, Fallziele und die A-Zone der Papierscheiben werden in den Wertungen Major und Minor mit je 5 Punkten bewertet.<br \/>\nWertungsziele<\/p>\n<p>Bei den IPSC-Kurzwaffenwettbewerben unterscheidet man Papier- und Stahlziele, zerbrechliche Ziele wie Tontauben oder Flaschen sind grunds\u00e4tzlich nicht zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Das einzige zugelassene Papierziel ist das Classic Target mit drei Wertungszonen. Classic Targets m\u00fcssen stets zweimal beschossen werden. Abh\u00e4ngig von der Wertungsklasse gibt es bei Major und Minor Unterschiede in der Wertung der mittleren und \u00e4u\u00dferen Trefferzone:<br \/>\nIPSC Classic Target<br \/>\nZone \tA \tC \tD<br \/>\nMajor \t5 \t4 \t2<br \/>\nMinor \t5 \t3 \t1<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/pssv.at\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Screenshot_2020-02-28-International-Practical-Shooting-Confederation-\u2013-Wikipedia.png\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"312\" class=\"alignnone size-full wp-image-816\" srcset=\"https:\/\/pssv.at\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Screenshot_2020-02-28-International-Practical-Shooting-Confederation-\u2013-Wikipedia.png 236w, https:\/\/pssv.at\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Screenshot_2020-02-28-International-Practical-Shooting-Confederation-\u2013-Wikipedia-227x300.png 227w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/p>\n<p>Verfehlt der Sch\u00fctze das Ziel, wird das Doppelte der maximal erreichbaren Punktzahl f\u00fcr diesen Schuss abgezogen &#8212; also 10 Punkte.<\/p>\n<p>Die Classic Targets bestehen aus herk\u00f6mmlicher brauner Wellpappe, auf der die Wertungszonen lediglich aufgepr\u00e4gt oder schwach aufgedruckt sind, so dass sie der Sch\u00fctze aus zehn Metern Entfernung nicht mehr erkennen kann &#8212; ganz anders als bei den aus dem Pr\u00e4zisionsschie\u00dfen bekannten Scheiben, die deutlich sichtbare Ringe und in der Mitte einen schwarz ausgef\u00fcllten Bereich aufweisen. Hinzu kommt, dass sich die Wertungszonen nicht genau in der Mitte der Classic-Scheibe befinden, sondern nach oben hin verschoben sind. Der IPSC-Sch\u00fctze muss daher absch\u00e4tzen lernen, wo sich die Wertungszonen befinden damit er eine m\u00f6glichst hohe Punktzahl erreichen kann. Zudem gibt es au\u00dfen einen f\u00fcnf Millimeter breiten Rand, genannt Non Scoring Border, der nicht gewertet wird \u2013 er dient dazu, festzustellen, ob ein Schuss noch den Wertungsbereich der D-Zone ber\u00fchrt hat und somit gewertet wird. Auf diese Weise werden Diskussionen vermieden, ob ein eingedellter Rand der Scheibe nun von einem Schuss herr\u00fchrt oder nur eine Besch\u00e4digung ist.<\/p>\n<p>Zum 1. Januar 2010 wurde das IPSC Mini Target eingef\u00fchrt, das ca. 2\/3 der Gr\u00f6\u00dfe des Classic Target entspricht, und mit dem auf kleinen Schie\u00dfst\u00e4nden gr\u00f6\u00dfere Schie\u00dfentfernungen nachgebildet werden k\u00f6nnen. Mini Target und Classic Target d\u00fcrfen innerhalb einer Stage zwar in derselben Zielanordnung (Target Array) verwendet werden, m\u00fcssen aber mindestens zwei Meter weiter entfernt vom Sch\u00fctzen stehen als die Classic Targets.<\/p>\n<p>Bei den Metallzielen unterscheidet man den IPSC Popper, den IPSC Mini Popper und Plates. Auch wenn der Name anderes suggeriert, m\u00fcssen die Metallziele nicht zwangsl\u00e4ufig aus Metall bestehen, andere undurchdringliche Materialien wie Hartgummi werden ebenfalls eingesetzt \u2013 dies hat den Vorteil, dass Geschosse nicht zersplittern.<\/p>\n<p>Classic Popper haben eine H\u00f6he von knapp 90 Zentimetern. Von vorn betrachtet haben sie einen Rumpf mit einer Breite von 15 bis 20 Zentimetern, am oberen Ende ist eine Scheibe von gut 30 Zentimetern Durchmesser. Beim Mini Classic Popper, er soll weiter entfernt stehende Popper simulieren, ist die Scheibe nur rund 20 Zentimeter gro\u00df und die Rumpfbreite betr\u00e4gt etwa 13 Zentimeter.<\/p>\n<p>Plates k\u00f6nnen in der Gr\u00f6\u00dfe variieren, runde Plates m\u00fcssen einen Durchmesser von 20 bis 30 Zentimeter aufweisen, rechteckige eine Kantenl\u00e4nge von 15 bis 30 Zentimetern. Andere Formen sind nicht erlaubt.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich muss ein Metallziel umfallen, damit es gewertet wird, und z\u00e4hlt dann in jedem Fall f\u00fcnf Punkte, unabh\u00e4ngig von der Art des Ziels und der Wertungsklasse des Sch\u00fctzen. Popper werden dabei so eingestellt, dass sie bei einem optimalen Treffer mit einem Geschoss, dass den Mindest-Power-Factor von 125 erreicht, sicher umfallen. Somit hat jeder Sch\u00fctze die Chance, bei einem guten Treffer den Popper mit einem Schuss umzuwerfen. Unter dem beim Wettbewerb herrschenden Zeitdruck ist es jedoch nicht selten, dass Sch\u00fctzen nur den Rumpf des Poppers treffen \u2013 bei gr\u00f6\u00dferen und st\u00e4rkeren Kalibern ist die Wahrscheinlichkeit dann h\u00f6her, dass der Popper trotzdem f\u00e4llt, als bei Sch\u00fctzen, die das Mindest-Kaliber und den Mindest-Power-Factor verwenden.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Ziele lassen sich auch als so genannte Strafziele (Penalty Targets, fr\u00fcher No-Shoots genannt) aufstellen. Dabei wird die Scheibe oder der Popper entweder mit einem roten X durchkreuz oder aber komplett rot angemalt. Neuerdings werden vermehrt auch komplett wei\u00dfe Papierscheiben als Penalty Targets verwendet, da einige Hersteller dazu \u00fcbergegangen sind, f\u00fcr die R\u00fcckseite des Wellkartons von IPSC Targets wei\u00dfes Papier zu verwenden. Andere Farben sind zwar zul\u00e4ssig, aber ungebr\u00e4uchlich. Erw\u00e4hnenswert w\u00e4re hier noch das \u201eHard Cover\u201c. Hierbei wird ein Classic Target schwarz eingef\u00e4rbt und symbolisiert ein undurchdringliches Ziel. Dieses wird meist als Sichtschutz auf Classic Targets oder Popper verwendet. Der Sch\u00fctze darf das Hard Cover zwar beschie\u00dfen und auch treffen, erh\u00e4lt daf\u00fcr aber weder Wertungs- noch Strafpunkte. Wird ein Penalty Target getroffen, bei Scheiben innerhalb des Non Scoring Borders, werden dem Sch\u00fctzen zehn Punkte abgezogen. Wird ein Penalty-Popper vom Sch\u00fctzen beschossen und getroffen, f\u00e4llt aber NICHT um, werden dem Sch\u00fctzen in der Regel hierf\u00fcr keine Strafpunkte erteilt. Nach jedem Durchlauf werden die L\u00f6cher der beschossenen Targets abgeklebt und Popper sowie Plates wieder aufgestellt f\u00fcr den n\u00e4chsten Sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eine negative Gesamtwertung gibt es nicht, erh\u00e4lt ein Sch\u00fctze mehr Strafpunkte als Wertungspunkte, bekommt er eine so genannte Nullwertung, also ein Stage Score von null.<\/p>\n<p>Ein Beschie\u00dfen von Zielen durch Barrieren wie aufgestellte Trennw\u00e4nde oder Hard Covers kann zur Disqualifikation f\u00fchren, da sich der Sch\u00fctze unsportliche Vorteile verschafft hat.<br \/>\nWertungspunkte und Stage Score<\/p>\n<p>Im Unterschied zu anderen Schie\u00dfsportarten werden nicht nur die Punkte gewertet, sondern die Punkte werden durch die daf\u00fcr ben\u00f6tigte Zeit in Sekunden dividiert. Die ergibt den Stage Score. Der Sch\u00fctze, der den h\u00f6chsten Stage Score erreicht, erh\u00e4lt die volle Punktzahl auf der jeweiligen Stage (100 Prozent). Die anderen Sch\u00fctzen erhalten so viele Stage-Punkte, wie sie im Score-Verh\u00e4ltnis zum Besten erreicht haben.<\/p>\n<p>( S t a g e \u2212 P u n k t e \u22c5 S c o r e B e s t \u2212 S c o r e {\\displaystyle Stage-Punkte\\cdot {\\frac {Score}{Best-Score}}} Stage-Punkte\\cdot {\\frac {Score}{Best-Score}}).<\/p>\n<p>Schon bei der Planung des Stageablaufes ist es wichtig das Wertungssystem des IPSC zu verstehen und auch, dass eine Stage nur gewonnen werden kann, wenn man diese \u201erichtig\u201c schie\u00dft und sowohl Zeit als auch die Treffer ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Man nehme zum Beispiel an, man habe eine Stage mit 3 Papierzielen und einem Popper zu schie\u00dfen. Die maximale Punktezahl betrage also 35 Punkte, und man sch\u00e4tze die ben\u00f6tigte Zeit auf 7 Sekunden. Der Hitfaktor betr\u00e4gt dann 5 (35\/7), d. h. jede Sekunde ist 5 Punkte wert, bzw. jeder Punkt muss in 0,2 Sekunden geschossen werden. Man nehme an, man schie\u00dfe Minor-Wertung (A=5 Punkte, C=3 Punkte und D=1 Punkt). Sofern man z. B. eine Splitzeit (Zeit zwischen zwei Sch\u00fcssen) von 0,3 Sekunden h\u00e4tte, so w\u00fcsste man, dass man ein Delta sehr wohl ausgleichen k\u00f6nnte, indem man nur ein Charlie sch\u00f6sse. Man verbesserte seinen Schuss also um 2 Punkte nach oben und br\u00e4uchte daf\u00fcr nur 0,3 Sekunden. F\u00fcr die zwei Punkte h\u00e4tte man aber sogar 0,4 Sekunden Zeit gehabt, insofern k\u00f6nnte man durch das Nachschie\u00dfen sein Ergebnis verbessern.<\/p>\n<p>H\u00e4tte die Stage jedoch einen hohen Hitfactor, so m\u00fcsste man die Taktik \u00e4ndern. Gegeben sei eine Stage mit 90 Punkten, die man in ca. 6 Sekunden schie\u00dfen kann. Mit der Formel Treffer\/Zeit ergibt sich einen Hitfactor von 15; jede Sekunde ist also 15 Punkte wert und umgekehrt braucht man im Durchschnitt f\u00fcr jeden Punkt 0,06 Sekunden. Hier kommt man zu dem Schluss, dass es sich keinesfalls lohnt, ein D nachzuschie\u00dfen, da man f\u00fcr die maximale Verbesserung von 4 Punkten nur 0,24 Sekunden Zeit h\u00e4tte, also weniger als die angenommene Splitzeit von 0,3 Sekunden.<\/p>\n<p>Durch die Einbeziehung der Zeit in das Gesamtergebnis wird der grundlegende Anspruch dieser Sportart, Treffsicherheit (Diligentia), Kraft (Vis) und Schnelligkeit (Celeritas) manifestiert \u2013 ein guter Sch\u00fctze muss nicht nur gut treffen, sondern auch schnell sein und die richtige Wirkung erreichen. Dies wird gern mit den Buchstaben DVC abgek\u00fcrzt.<\/p>\n<p>[Quelle: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/International_Practical_Shooting_Confederation\">Wikipedia_IPSC<\/a>] <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte Die International Practical Shooting Confederation wurde im Mai 1976 auf der International Pistol Conference in Columbia (Missouri) gegr\u00fcndet. Der US-Soldat Jeff Cooper trug wesentlich zur Etablierung der Disziplin bei und wurde erster IPSC-Pr\u00e4sident. Als Maximen des praktischen Schie\u00dfens sei damals Pr\u00e4zision, Kraft und Schnelligkeit gefordert worden. Daraus habe sich das Motto DVC (lateinisch Diligentia, Vis, Celeritas) gebildet. Dachverb\u00e4ndef\u00fcr IPSC-Schie\u00dfen soll es in 92 L\u00e4ndern geben, diese sollen mehr als 800.000 IPSC-Sch\u00fctzen organisieren. J\u00e4hrlich w\u00fcrden mehr als 350 internationale Wettk\u00e4mpfe durchgef\u00fchrt, dabei l\u00e4gen die Teilnehmerzahlen bis zu \u00fcber 1.000 Personen. 2015 seien in Europa 175 internationale Wettbewerbe im IPSC-Schie\u00dfen veranstaltet worden. In \u00d6sterreich, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Griechenland, Portugal und Polen werde IPSC von Sch\u00fctzenverb\u00e4nden betrieben, die auch in den jeweiligen nationalen olympischen Komitees vertreten seien. In 27 von 28 L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union seien nationale Schie\u00dfsportverb\u00e4nde Mitglied des IPSC-Weltverbands. In Deutschland ist der Bund Deutscher Sportsch\u00fctzen 1975 e. V. (BDS) Tr\u00e4ger der an nationales (Waffen-)Recht angepassten und genehmigten IPSC-Regelwerks. Beim IPSC sollen m\u00f6glichst &#8222;Realit\u00e4tsgetreu&#8220; Schie\u00dfsituationen nachgestellt werden. Fraglich ist, ob es sich dabei um einen Sport, wie andere Sportarten handelt. Der Bundesfinanzhof stellte 2018 fest, das &#8222;Practical Shooting&#8220; diene dem Gemeinwohl. 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